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Institut für lösungsorientierte Arbeit im Familienrecht

Prof. Dr. Uwe Jopt & Dr. Katharina Behrend

Fortbildung

Die Weiterbildung zum systemisch-lösungsorintierten Sachverständigen wird seit 2005 angeboten. Sie richtet sich an Teilnehmer aus den in § 163 Abs. 1 FamFG genannten Berufsgruppen. Eine systemische Grundqualifikation (z. B. systemischer Berater) ist gewünscht. 

Die Teilnehmerzahl beträgt maximal 20 Personen. Bevorzugt aufgenommen werden Interessenten aus Regionen, in denen Lösungsorientierte Sachverständige fehlen - was leider noch an vielen Stellen im Land der Fall ist. Diese Lücken werden sich erst ganz allmählich schließen, da eine profunde Sachverständigentätigkeit ohne umfangreiche fachpsychologische Kenntnisse und Fertigkeiten nicht gelingen kann. 


Das an den Standards des FSLS ausgerichtete Curriculum umfasst 9 mehrtägige Seminare in einem Zeitraum von 18 Monaten (275 Unterrichtseinheiten). Über die Workshops hinaus besteht das Curriculum zusätzlich aus folgenden Elementen:

  • Volontariat bei erfahrenen Lösungsorientierten SV; Aktenvorbereitung und selbständige Bearbeitung kleinerer Aufträge (z. B. Umgangsbegleitung)
  • Selbständige Fallbearbeitung mit Unterstützung (ab 7. Workshop)
  • Supervision durch Veranstalter und Teilnehmer

Inhalte der Ausbildung:

  1. Grundlagen der Familienpsychologie – Systemisches Familienverständnis
  2. Trennungsdynamik – Paarebene, Elternebene, Interpunktion, psychische Verwaisung
  3. Entwicklung des Familien- und Kindschaftsrechts; Verfahrensrecht, Sachverständigenrecht
  4. Professionelle Aufgabenteilung in kindschaftsrechtlichen Verfahren - Gericht, Jugendamt, Rechtsanwälte, Verfahrensbeistände, Sachverständige
  5. Entwicklungspsychologische Grundlagen, Bindungstheorie
  6. Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht (§§ 1626a, 1671 BGB), Lebensmittelpunkt, Betreuungskonzepte (Residenz- vs. Doppelresidenzmodell)
  7. Psychodynamik von Eltern-Kind-Beziehungen, Umgangsstörungen, Typologie der Umgangsverweigerung, Bindungsfürsorge
  8. Kindeswohl und Kindeswille, Loyalitätskonflikte, Instrumentalisierung
  9. Rollenwandel des Psychologischen Sachverständigen im Familienrecht – von der Eignungsdiagnostik zum systemisch-lösungsorientierten Ansatz
  10. Methodik systemisch-lösungsorientierter Begutachtung - Einzelgespräche, gemeinsames Elterngespräch, Interaktionsbeobachtung, Exploration von Kindern, Dokumentation
  11. Systemische Diagnostik: Familiale Beziehungen, Konflikte und Dynamiken (Konflikttypen und –aufbau, Eskalationsstufen, konfliktaufrechterhaltende und –mindernde Faktoren; Nähe - Distanz, Transparenz, Kommunikation, Atmosphäre der innerfamilialen Situation)
  12. Kindeswohlgefährdung (§§1666, 1666a BGB): Staatliches Wächteramt, Jugendamt als Hilfe- und Eingriffsbehörde
  13. Methodik: Diagnostik, Prüfung elterlicher Ressourcen und Erziehungskompetenzen, „Runder Tisch“
  14. Intervention: Ambulante Hilfen, Fremdunterbringung (Heim, Pflegefamilie) und Rückführung (§ 1632 BGB) von Kindern, Umgangsgestaltung während Fremdunterbringung
  15. Verdacht sexuellen Kindesmissbrauchs im Kontext von Trennung und Scheidung
  16. Interprofessionelle Kooperation am Familiengericht
  17. Erstellung schriftlicher Gutachten
  18. Volontariat
  19. Fallsupervision

 

Abschlussprüfung

Die zur Erlangung des Zertifikats notwendigen Kenntnisse der Ausbildungsinhalte werden nachgewiesen durch

  • schriftliche und mündliche Prüfung
  • Vorlage von 3 eigenständig verfassten systemisch-lösungsorientierten Gutachten.

 Fortbildungsverpflichtung

Die Teilnehmer verpflichten sich, dem Institut für Lösungsorientierte Arbeit im Familienrecht zur Erhaltung ihres Zertifikats die regelmäßige Teilnahme an fachspezifischen Fortbildungsveranstaltungen nachzuweisen.

 

Der nächste Kurs beginnt Anfang 2019.
Für Anmeldungen nutzen Sie bitte unser Kontaktformular.
Kosten: 6.800 Euro