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Institut für lösungsorientierte Arbeit im Familienrecht

Prof. Dr. Uwe Jopt & Dr. Katharina Behrend

Aufgaben

Das Institut für Lösungsorientierte Arbeit im Familienrecht wurde von Prof. Dr. Uwe Jopt und Dr. Katharina Behrend gegründet. Ziel ist die Verbreitung der Idee des lösungsorientierten Umgangs mit Kindschaftssachen und der interprofessionellen Kooperation als bestmögliche Chance, zu psychischer Entlastung und Sicherung des Wohls von Kindern beizutragen. Der Schwerpunkt des Instituts liegt auf Fort- und Weiterbildung der verschiedenen ins Familienrecht eingebundenen Professionen (Richter, Rechtsanwälte, Verfahrenspfleger, Jugendhilfe, Sachverständige).

Begonnen hat diese Arbeit 2005 mit der Etablierung einer 1 1/2-jährigen Weiterbildung zum Lösungsorientierten Sachverständigen. Dieser unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht vom bisher vorherrschenden Rollenverständnis traditioneller Familienpsychologischer Gutachter, so dass man auch von einem Paradigmenwechsel auf dem Feld der Begutachtung sprechen kann. Dieser „neue“ Sachverständige wird in den letzten Jahren schon im Zuge der Entwicklung neuer Arbeitsmodelle an Familiengerichten ("Cochemer Modell", "Berliner Beschleunigtes Familienverfahren") - zunehmend häufiger von Familiengerichten im ganzen Bundesgebiet nachgefragt. Mit Inkrafttreten des FamFG zum 1. September 2009 wird Lösungsorientierte Begutachtung gesetzlich vorgesehen, was die Nachfrage nach kompetenten Sachverständigen nochmals stark ansteigen lassen wird. Angesichts dieser Entwicklung hat die Qualifizierung von Sachverständigen höchste Priorität.

Da die gesamte Trennungsthematik - sowohl aus Kinder- wie aus Erwachsenenperspektive - ein genuin psychologisches Problem darstellt, sind familiendynamische Grundkenntnisse unverzichtbar, um familiengerichtliche Auseinandersetzungen nicht nur durch die unzureichende juristische Brille zu betrachten. Im Mittelpunkt der psychologischen Fortbildung von Familiengerichten steht daher die Vermittlung psychologischen Grundwissens über die Auswirkungen von "Trennung" auf Kinder, unabhängig davon, ob sie aus dem Zerbrechen einer Paarbeziehung resultiert oder als Maßnahme des staatlichen Wächters zur Abwendung einer Kindeswohlgefährdung (Fremdunterbringung) erwogen wird. Richterinnen und Richter sollen befähigt werden, ein psychologisches Verständnis für kritische Problemlagen bei Kindern zu erlangen.

Einschlägige Richterfortbildung ist daher eine weitere zentrale Aufgabe des Instituts. Die Landesjustizakademien Niedersachsens, Sachsens und Nordrhein-Westfalens bieten ihren Gerichten seit 2006 Veranstaltungen des Instituts an. Weitere Bundesländer sollen für ein psychologisches Fortbildungsprogramm ihrer Familiengerichte gewonnen werden.

Zukünftig geplant sind darüber hinaus Weiterbildungsangebote auch für die anderen am Familiengericht tätigen Professionellen (Rechtsanwälte, Verfahrenspfleger und Vertreter der Jugendhilfe). Weiterhin bietet das Institut Tagesveranstaltungen für Staatsanwälte und Gerichte zum Umgang mit dem Verdacht auf sexuellen Kindesmissbrauch an, soweit er im Kontext von Trennung und Scheidung auftritt und somit zum erweiterten Kreis trennungsspezifischer Folgen gehört.